5.12. | Ava

18.00/20.30

Salz in den Haaren, Sonne auf der Haut, die 13-jährige Ava (Noee Abita) verbringt die Ferien mit ihrer Familie an der französischen Atlantikküste. Doch der schöne Schein trügt gewaltig. Ava leidet unter retinis pigmentosa, der Auflösung der Netzhaut. Schon bald wird sie ihr Augenlicht verlieren. Es ist ihr letzter Sommer, in dem sie noch etwas sehen kann, die letzten Bilder in sich aufsaugen kann, bevor sie in ewiger Finsternis versinkt. Aber statt an ihrem Schicksal zu verzweifeln, ist das Mädchen wild entschlossen, noch einmal aufregende Wochen voller Abenteuer, Liebe und Freiheit zu erleben. Da kommt ihr der 18-jährige Juan (Juan Cano) gerade recht, den sie am Strand kennenlernt und der zu der Sorte Jüngling zählt, vor der einem Eltern und Schwiegermütter schon immer gewarnt haben. Die beiden verbünden sich und rauben, wie einst Bonnie und Clyde, zwar keine Banken, aber dafür Touristen am Strand aus. Wilde und archaische Verkleidungen sind dabei ihr Markenzeichen. Gerade 29 Jahre alt ist die Regisseurin Lea Mysius und „Ava“ war ihr Abschlussfilm an der Pariser Filmhochschule La Femis. Das Drehbuch schrieb sie in wenigen Tagen, was man dem Film aber zu keinem Zeitpunkt anmerkt. Ein Film, der Themen, Motive und Stile munter durcheinander wirft und immer neue Wege und Abzweigungen ausprobiert. Und für Filmkunst-Liebhaber ganz besonders interessant: Das Werk wurde nicht mit der Digitalkamera, sondern auf 35mm gedreht.

Frankreich 2017, Regie: Lea Mysius, Darsteller: Noee Abita, Juan Cano, Laure Calamy, ab 12, 105 min